Allgemein · Rezensionen

Rezension: Straßenkötergene von Julia Seuschek

Buch

Titel: Straßenkötergene
Autorin: Julia Seuschek
Verlag: Drachenmond Verlag
Seitenzahl: 220 Seiten
Erscheinungstermin: 2017

 

Anfang

Ein Opfer zu werden war nie der Plan.

 

Inhalt

Lou mutiert mit dreizehn Jahren völlig unerwartet zu einem reinblütigen A-Menschen. Als ihr Vater – wie der Fest ihrer Familie ein einfacher B-Mensch – von der Königsfamilie ermordet wird, schwört Lou Rache. Als Junge verkleidet tritt sie in den Dienst ihrer royalen Gegner. Ausgerechnet der Königssohn Jared stiehlt sich in das Herz der Rebellentochter und Lous Welt steht Kopf. Gibt sie Jared auf, um das System zu stürzen oder verrät sie ihre Herkunft für die Liebe ihres Lebens?

 

Meine Meinung

Nachdem ich an der Release Party von Straßenkötergene auf Facebook teilgenommen und der Erscheinung des Buches entgegengefiebert hatte, konnte ich es gar nicht mehr erwarten, es endlich lesen zu dürfen. Das Cover ist ein Traum! Ich liebe die Farben und die gelungene Gestaltung. Auch der Klappentext war vielversprechend und Versprach eine spannende und äußerst interessante Geschichte.

Die ersten (ca. 50) Seiten waren auch sehr spannend. Man lernt Lou und ihr Leben kennen. Auch über die Rebellion, die A und B Menschen und Lous Plan erfährt man einiges. Aber auf keines der Themen wird im Buch richtig eingegangen. Warum gibt es diese zwei Arten von Menschen? Worin liegen die Unterschiede? Wie und warum kam dazu und zu der Herrschaft der Typ A-Menschen? Wie genau leben die Braunen? Was genau will die Rebellion überhaupt? usw.

Diese und viele weitere Fragen entstanden in meinem Kopf und eigentlich wurde keine davon wirklich beantwortet. Auf den restlichen 150 Seiten geht es um die Liebesgeschichte zwischen Lou und Jared. Dies klingt zwar auch schön, ist es aber nicht wirklich. Lou verkleidet sich als Junge. Als sie Jared das erste Mal sieht, fühlt sie sich zu ihm hingezogen und gleichzeitig widert er sie mit seiner überheblichen und arroganten Art an. Komischerweise fühlt sich auch Jared ziemlich schnell von dem vermeintlichen Jungen angezogen. Obwohl sie fast nie miteinander kommunizieren, verlieben sie sich ineinander. Aber: Wie kann man sich in jemanden verlieben, den man gar nicht kennt und auch nicht kennen lernen möchte? So etwas passiert ja nicht einfach so. Schon nach kurzer Zeit wird von Seelenverwandtschaft und der wahren und großen Liebe gesprochen. Mir ging die Entwicklung einfach zu schnell. Vor allem von Jareds Seite aus, da er ja glaubt, dass Lou ein Junge sei.

Die beiden Protagonisten Lou und Jared lernt man relativ gut kennen, von den anderen Charakteren hingegen weiß man bis zum Schluss fast nichts. Vor allem Emil hinterlässt bei mir große Fragezeichen. Ist er nun gut oder böse? Mag und hilft er Jared nun oder nicht?

Immer wieder wurden wichtige und spannende Szenen im Schnelldurchlauf beschrieben, um dann wieder auf das ewige Hin und Her einzugehen. Seltsam war auch die Reaktion von Jared, auf Lous Offenbarung. Sie erzählte ihm, dass sie ein blondes Mädchen ist und er meint nur aha, ich bin eigentlich ein Brauner. Mehr nicht??? Sie hat ihn belogen, er hat geglaubt er dreht durch, weil er auf einen braunen Jungen steht und dann das? Also mit dieser Reaktion hätte ich nicht gerechnet und ich verstehe sie auch nicht. 

Äußerst seltsam fand ich auch die Tatsache, dass Prinz Jared von allen wie ein normaler Junge behandelt wird und nicht wie der Prinz, der er ist. Ob er auch der Thronfolger ist, bleibt unerwähnt. Die Soldaten schießen auch auf ihn, er wird hinter ihnen ins Krankenzimmer geschleift und angemotzt, als er beim Schnüffeln im Arbeitszimmer des Königs, seines Vaters, angetroffen wird. Alles sehr seltsam und unlogisch. 

Ebenso unlogisch finde ich Vergleiche mit unserer Welt, obwohl die Geschichte nicht in unserer Welt spielen kann. Beispielsweise werden die Titanic, Tom und Jerry, Loch Ness, Sherlock Holmes usw. genannt.

Für mich waren auch die Dialoge zwischen den beiden Verliebten sehr fragwürdig. Immer wieder schimpfen und beleidigen sie sich gegenseitig. Meiner Meinung nach klang es nicht nach lieben Neckereien, sondern richtig und absichtlich verletzend. Dies war auch der Punkt, der für mich am schlimmsten war. Diese ewigen Sticheleien, Beschimpfungen und Abweisungen. Sie haben sich gegenseitig immer wieder vor den Kopf gestoßen. Generell bestehen diese 150 Seiten nur noch aus dem ewigen Hin und Her der beiden. Emotionen kamen bei mir beim Lesen leider überhaupt keine auf. 

 

Fazit

Die Grundidee der Geschichte ist wirklich toll und interessant. Leider ist die Autorin nicht wirklich auf das gesellschaftliche System und das Leben darin eingegangen. Die Geschichte hatte so viel Potential, welches leider überhaupt nicht ausgeschöpft wurde. Ich finde es wirklich schade, da der Klappentext so vielversprechend klang.

 

Ich gebe dem Buch zwei Sterne.

2 Sterne

eure

Name

 

 

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4 Kommentare zu „Rezension: Straßenkötergene von Julia Seuschek

    1. Mir ging es leider genauso. Die Rebellion war eigentlich eher so ein selten und kurz erwähntes Ereignis. Die Geschichte handelt von zwei Jugendlichen, die sich anziehend finden, es aber nicht wollen/dürfen/sollen und sich deshalb sehr kindisch dem anderen gegenüber benehmen.

      Liebe Grüße
      Melanie

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