Allgemein · Rezensionen

Rezension: Marco und Dima von Bela Vivo

Buch

Titel: Marco und Dima
Autor: Bela Vivo
Verlag: Independently published
Ersterscheinung: 13. Dezember 2018
Seitenzahl: 228 Seiten

 

Anfang

Unglaublich, wie meine Mutter manchmal nerven kann! Oft ist es einfach so, dass sie kein Wort sagt, wenn sie am Esstisch sitzt.

 

Inhalt

Berlin 1993. Der arbeitslose Skinhead Marco macht – wie viele andere in Deutschland – Einwanderer und Asylanten für seine missliche Lage verantwortlich. Eines Abends trifft er in einer Kneipe auf den jungen Spätaussiedler Dima, der erst vor Kurzem mit seiner Familie von Russland nach Deutschland gezogen ist. Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Yury ist Dima voller Optimismus und will sich schnell integrieren. Nach einem verhängnisvollen Streit mit Dima und Yury flieht Marco ins Ausland, wo sich ihm eine neue aufregende Welt offenbart. Zeitgleich holt ihn ein altes Geheimnis ein, das ihn letztendlich mit dem jungen Spätaussiedler Dima verbindet.„Marco und Dima“ handelt von Intoleranz und Ausländerfeindlichkeit, die kurz nach der Wende einen traurigen Höhepunkt erreichte, aber auch von Hoffnung, Veränderung und Selbstfindung. Darüber hinaus ist das Buch eine packende (teils humorvolle) Mischung aus Thriller, Liebesroman und Kulturkunde – mit einem Hauch von Mystery.

Quelle: Amazon

 

Meine Meinung

Als ich den Buchtitel las, dachte ich, dass es sich dabei um eine Liebesgeschichte handelt. Aber da habe ich falsch gedacht, denn das Aufeinandertreffen der beiden Männer ist alles andere als gut. Die sind so unterschiedlich, dass sie dich hassen, was natürlich zu Problemen führt.

Der Schreibstil ist zwar einfach gehalten, passt aber perfekt zu den beiden Protagonisten. Marco ist ein Skinhead, 25 Jahre alt und lebt noch bei seiner Mutter. Er hatte kein einfaches Leben, gibt aber vor allem den Ausländern die Schuld dafür. Anfangs redet er noch groß und hasst alle, die keine reinen Deutschen sind. Dima ist ein 18-jähriger Russe, der mit seiner Familie nach Deutschland kommt und dort auf ein besseres Leben hofft.

Das Zusammentreffen der beiden endet in einer Katastrophe und Marco muss flüchten. So kommt er nach Brasilien, wo ER plötzlich der Ausländer ist.

Da die Geschichte nicht nur abwechselnd aus der Sicht von Marco und Dima geschildert wird, sondern auch noch in der Ich-Perspektive verfasst wurde, kann man sich in beide gut hinein versetzen. Die Autorin hat es geschafft, die Gedanken und Gefühle der beiden sehr gut zu beschreiben, sodass ich alles gut nachvollziehen konnte. Ich verstehe beide Seiten, auch wenn ich Marcos rassistische Ansichten nicht teile. Schön finde ich jedoch, wie sich Marco im Laufe der Geschichte ändert und welche Situationen er meistern muss.

Die überraschenden Wendungen in der Geschichte haben es in sich und erlauben auch eine wirklich tolle Idee. Hier möchte ich aber nicht zu viel verraten.
Ich bedanke mich bei der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

 

Fazit

Unbedingt lesen! Das Buch ist nicht nur lesenswert, sondern regt auch noch zum Nachdenken an. Rassismus, Gewalt und Intoleranz sind auch heutzutage noch sehr wichtige Themen, die man einfach nicht vergessen darf. Als ich mit dem Buch begonnen habe, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Ich musste wissen, wie es weiter geht.

 

Ich gebe dem Buch fünf Sterne.

5 Sterne

eure

Name